Bundespolizei nimmt mehrfach gesuchten Straftäter fest
Bei Grenzkontrollen an der A6 entdeckt die Bundespolizei zehn Fahndungsnotierungen und nimmt einen 56-jährigen Tschechen fest.

Von Jürgen Masching | Oberpfalz Aktuell
Quelle: Bundespolizeiinspektion Waidhaus
Bundespolizei: Zehn Fahndungsnotierungen entdeckt
In der Nacht von Montag auf Dienstag, 15. September, kontrollierten Beamte der Bundespolizeiinspektion Waidhaus einen Fernreisebus, der über die A6 aus Tschechien nach Deutschland einreiste.
Bei der Überprüfung der Personalien eines 56-jährigen tschechischen Staatsangehörigen stießen die Bundespolizisten auf insgesamt zehn Fahndungsnotierungen. Darunter befanden sich ein Untersuchungshaftbefehl und ein Vollstreckungshaftbefehl. Zusätzlich war der Mann aufgrund von acht weiteren Ausschreibungen verschiedener Behörden zur Aufenthaltsermittlung gesucht worden.
Offene Geldstrafe bezahlt
Der Vollstreckungshaftbefehl ging auf eine Verurteilung durch das Amtsgericht Chemnitz im Januar 2024 zurück. Der Mann war wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen zu einer Geldstrafe verurteilt worden.
Einschließlich der Verfahrenskosten waren noch 531 Euro offen. Der 56-Jährige bezahlte den Betrag bei der Bundespolizei und konnte dadurch eine Ersatzfreiheitsstrafe abwenden. Seine Reise nach Deutschland konnte er trotzdem nicht fortsetzen.
Untersuchungshaft wegen weiterer Vorwürfe
Gegen den Mann lag zusätzlich ein Untersuchungshaftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung in zwei Fällen sowie der vorsätzlichen Körperverletzung vor.
Nach den Angaben im Haftbefehl soll der 56-Jährige im Juni 2024 auf dem Bahnhofsvorplatz in Chemnitz mit einer Trennscheibe auf ein Fahrzeug zugegangen sein. Er soll versucht haben, eine auf dem Beifahrersitz sitzende Frau damit am Kopf zu treffen. Die Frau blieb unverletzt, weil die Fahrerin rechtzeitig die Seitenscheibe geschlossen haben soll.
Ende Juli 2024 soll der Beschuldigte außerdem in einem Hotel in Chemnitz zunächst nach einer Mitarbeiterin getreten und anschließend einen Stuhl in ihre Richtung geworfen haben. Die Frau konnte dem Angriff ausweichen. Wenige Tage später soll er in demselben Hotel eine weitere Mitarbeiterin angegriffen haben.
Festnahme und Übergabe an die Justiz
Das zuständige Gericht hatte Untersuchungshaft angeordnet. Hintergrund waren unter anderem der fehlende feste Wohnsitz und der unbekannte Aufenthaltsort des Beschuldigten. Nach den bisherigen Erkenntnissen soll er sich ins Ausland abgesetzt haben. Die Bundespolizisten nahmen den 56-Jährigen an der Grenzkontrollstelle Waidhaus fest.
Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wird der Mann der Justiz übergeben und in die Justizvollzugsanstalt Weiden eingeliefert.
Weitere Informationen zu aktuellen Grenzkontrollen bietet die Bundespolizei.
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