Pressath/Oberpfalz: Krypto-Betrug durch falschen Support
Von Jürgen Masching | Oberpfalz Aktuell
Quelle: Polizeipräsidium Oberpfalz
Betrüger geben sich als Mitarbeiter von Krypto-Plattformen aus und versuchen, mit angeblichen Sicherheitsproblemen an Wallet-Daten und Guthaben zu gelangen.

Krypto-Betrug beginnt mit einem falschen Anruf
Das Polizeipräsidium Oberpfalz warnt vor einer Betrugsmasche, bei der sich Täter am Telefon, per E-Mail oder über Messenger als Mitarbeiter von Handelsplattformen, Wallet-Anbietern oder technischen Supportdiensten ausgeben.
Häufig behaupten die Betrüger, es gebe ein Sicherheitsproblem mit einer digitalen Geldbörse. Angeblich müsse eine Transaktion überprüft werden oder das Konto sei gefährdet und könne gesperrt werden. Anschließend setzen sie die Betroffenen unter Zeitdruck und fordern sie auf, eine bestimmte Internetseite aufzurufen oder vertrauliche Informationen weiterzugeben.
Gefragt wird unter anderem nach Passwörtern, Zugangsdaten, privaten Schlüsseln oder der sogenannten Seed Phrase. Wer diese Informationen preisgibt, kann damit unter Umständen den Zugriff auf das eigene Krypto-Guthaben ermöglichen. Auch gefälschte Internetseiten sind Teil solcher Phishing-Angriffe. Die Polizei rät deshalb, verdächtige Links nicht zu öffnen und Internetseiten von Anbietern immer selbst über die bekannte Adresse aufzurufen.
Krypto-Betrug trifft Frau aus Pressath
Wie schnell die Masche funktionieren kann, zeigt ein Fall aus Pressath im Landkreis Neustadt an der Waldnaab. Eine 39-jährige Frau meldete sich am Montag, 21. September 2026, bei der Polizeiinspektion Kemnath. Nach Angaben der Polizei hatte sie am Nachmittag einen Anruf von einer unbekannten Person erhalten, die sich als Mitarbeiter einer Kryptowährungsplattform ausgab.
Der Anrufer behauptete, es gebe ein Problem mit der digitalen Geldbörse der Frau. Anschließend wurde sie an einen weiteren angeblichen Support-Mitarbeiter ihres Wallet-Anbieters weitergeleitet. Dieser forderte die Frau auf, ihre zwölf Wörter umfassende Wiederherstellungsphrase zu nennen. Nachdem sie dieser Aufforderung nachkam, wurden Kryptowährungen im Wert eines niedrigen vierstelligen Eurobetrags auf ein unbekanntes Wallet übertragen.
Die Polizeiinspektion Kemnath hat Ermittlungen wegen Betrugs aufgenommen.
Seed Phrase niemals weitergeben
Eine Wiederherstellungsphrase sollte besonders geschützt werden. Sie kann den Zugriff auf eine digitale Geldbörse ermöglichen und darf deshalb nicht an angebliche Support-Mitarbeiter, fremde Kontaktpersonen oder andere Dritte weitergegeben werden.
Seriöse Anbieter sollten nicht unerwartet am Telefon nach privaten Schlüsseln, Passwörtern oder Wiederherstellungsphrasen fragen. Auch bei vermeintlich dringenden Sicherheitsproblemen sollte das Gespräch beendet und der Anbieter anschließend über einen offiziell bekannten Kontaktweg selbst kontaktiert werden.
Die Polizeiliche Kriminalprävention empfiehlt bei verdächtigen Nachrichten und Webseiten, zunächst innezuhalten, Angaben und Internetadressen genau zu prüfen und nicht auf Links aus unerwarteten Nachrichten zu klicken. Weitere Informationen zum Phishing gibt es auf dem Portal der Polizei.
Krypto-Betrug: Was im Schadensfall wichtig ist
Wer bereits eine Seed Phrase, ein Passwort oder andere Zugangsdaten auf einer verdächtigen Seite eingegeben hat, sollte schnell reagieren. Wichtig sind eine sofortige Anzeige bei der Polizei, der Abbruch des Kontakts zu den mutmaßlichen Tätern und die Sicherung von Beweisen.
Dazu gehören beispielsweise Screenshots, Telefonnummern, E-Mails, Chatverläufe, Internetadressen und Informationen zu den vorgenommenen Transaktionen. Betroffene sollten außerdem noch vorhandene Konten und Guthaben sichern, soweit dies technisch möglich ist, und den tatsächlichen Anbieter ausschließlich über dessen offizielle Kontaktwege informieren.
Die Polizei rät ausdrücklich davon ab, auf weitere Forderungen der Täter einzugehen oder unbekannten Personen Fernzugriff auf Computer oder Smartphones zu ermöglichen. Auch bei vermeintlichen „Rückholangeboten“ ist Vorsicht geboten: Betrugsopfer können erneut ins Visier von Tätern geraten.
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