Ohne Ehrenamt brennt’s: Warum die Freiwillige Feuerwehr unverzichtbar ist – und dennoch unter Beschuss steht
Die Freiwillige Feuerwehr ist das sicherheitspolitische Rückgrat der Gesellschaft. Doch anstatt Dankbarkeit ernten die ehrenamtlichen Helfer zunehmend Pöbeleien, Gewalt und teilweise sogar öffentliche Kritik aus der Lokalpolitik. Ein alarmierender Trend, der das Fundament unserer Gefahrenabwehr bedroht.

Das Rückgrat der Gesellschaft: Was Feuerwehrleute leisten
In Deutschland wird der flächendeckende Brandschutz fast ausschließlich von Ehrenamtlichen getragen. Ohne ihren Einsatz wäre das System unfinanzierbar und logistisch nicht aufrechtzuerhalten. Sie opfern ihre Freizeit, riskieren ihre Gesundheit und sind 24 Stunden am Tag alarmbereit.
Ihre Kernaufgaben gehen dabei weit über das Löschen von Bränden hinaus:
Menschenrettung: Befreiung von Eingeklemmten nach schweren Verkehrsunfällen.
Katastrophenschutz: Beseitigung von Sturmschäden, Hochwasserschutz und technische Hilfeleistung.
Sozialer Zusammenhalt: Förderung der Jugendarbeit und Brandschutzerziehung vor Ort.
Einsatzbereich | Konkretes Beispiel | Gesellschaftlicher Nutzen |
Gefahrenabwehr | Löschen eines Wohnhausbrandes | Direkte Lebens- und Existenzrettung |
Technische Hilfe | Abpumpen vollgelaufener Keller | Schadensbegrenzung für Bürger |
Prävention | Übungen in Schulen | Sensibilisierung der nächsten Generation |
Ehrenamt: Zielscheibe von Aggression und Frustration
Trotz ihres unermüdlichen Einsatzes sind Feuerwehrleute immer öfter Anfeindungen ausgesetzt. Die Hemmschwelle sinkt rapide: Pöbeleien an Absperrungen, gezielte Angriffe mit Feuerwerkskörpern oder rücksichtslose Autofahrer, die Einsatzkräfte umfahren und verletzen, gehören für viele Wehrleute mittlerweile zum traurigen Alltag. Psychologen und Soziologen sehen die Ursachen in einem schwindenden Respekt vor Institutionen, wachsendem Egoismus in Stresssituationen (z. B. bei Staus durch Absperrungen) und einer generellen gesellschaftlichen Verrohung.
Politischer Gegenwind: Wenn der Rückhalt bröckelt
Besonders demotivierend ist es für die Ehrenamtlichen, wenn ihnen zusätzlich der politische Rückhalt fehlt. Der Bürgermeister ist als Leiter der Verwaltung meist der oberste Dienstherr der lokalen Feuerwehr.
Zuletzt häuften sich Berichte über zerrüttete Verhältnisse zwischen Rathaus und Wache:
Ob offene Kritik eines Bürgermeisters an der Feuerwehr im Gemeindeblatt, eskalierende Streitigkeiten über Ausrüstung und Wertschätzung, die dazu führen, dass Dutzende Einsatzkräfte den Dienst quittieren, oder das Entziehen von Zuständigkeiten – wenn Lokalpolitiker die Arbeit der Helfer öffentlich angreifen, beschädigen sie das Vertrauensverhältnis nachhaltig.
Ohne Respekt und politische Rückendeckung droht ein Exodus im Ehrenamt, den sich unsere Gesellschaft schlicht nicht leisten kann.
Bericht: Jürgen Masching


