Bad Kötzting: Schaulustiger fotografiert Reanimation
Von Jürgen Masching | Oberpfalz Aktuell
Quelle: Polizeiinspektion Bad Kötzting
Reanimationsmaßnahmen fotografiert – Polizei löscht Bild und erstattet Anzeige

Bad Kötzting: Autofahrer verliert plötzlich das Bewusstsein
Am vergangenen Sonntagnachmittag kam es im Stadtgebiet von Bad Kötzting zu einem medizinischen Notfall. Ein Autofahrer verlor während der Fahrt aufgrund plötzlich auftretender gesundheitlicher Probleme das Bewusstsein. Sein Beifahrer reagierte geistesgegenwärtig und brachte das Fahrzeug sicher und ohne Unfall zum Stillstand.
Passanten beginnen sofort mit der Reanimation
Mitfahrer und hinzugekommene Passanten handelten anschließend schnell. Sie bargen den Mann aus dem Fahrzeug und begannen unmittelbar mit Reanimationsmaßnahmen.
Nach dem Eintreffen der Rettungskräfte und der Polizei wurde jedoch festgestellt, dass ein 47-jähriger Mann aus Niederbayern die laufenden Reanimationsmaßnahmen mit seinem Mobiltelefon fotografiert hatte.
Polizei löscht Aufnahme auf dem Handy
Die Polizeibeamten überprüften daraufhin das Mobiltelefon des Mannes. Die gefertigte Aufnahme wurde nach den Angaben der Polizei umgehend gelöscht.
Gegen den 47-Jährigen wurde eine Anzeige wegen der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs beziehungsweise von Persönlichkeitsrechten durch Bildaufnahmen erstattet. Hintergrund ist, dass er eine Person fotografiert haben soll, die sich in einer hilflosen Lage befand.
Geldstrafe oder Freiheitsstrafe möglich
Für solche Bildaufnahmen sieht das Strafrecht eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren vor. Die Polizei weist damit zugleich auf die Grenzen des Fotografierens in Notfallsituationen hin: Während andere Menschen Erste Hilfe leisteten und um das Leben des Autofahrers kämpften, dokumentierte der 47-Jährige das Geschehen mit seinem Smartphone.
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