Amberg: 90-Jährige verliert zehntausende Euro
Von Jürgen Masching | Oberpfalz Aktuell
Quelle: Kriminalpolizeiinspektion Amberg
Falsche Polizisten täuschten einen Unfall der Tochter vor – eine 90-Jährige übergab daraufhin mehrere zehntausend Euro.

Amberg: Falsche Polizisten rufen auf Russisch an
Eine 90-jährige Frau aus Amberg ist am Donnerstag, 1. Oktober 2026, Opfer eines Callcenterbetrugs geworden. Die bislang unbekannten Täter kontaktierten die Rentnerin am Vormittag telefonisch und gaben sich als Polizeibeamte aus.
In russischer Sprache behaupteten die Anrufer, die Tochter der Frau habe einen Verkehrsunfall verursacht. Um angebliche strafrechtliche Konsequenzen abzuwenden, müsse eine Kaution bezahlt werden. Während des Gesprächs hielten die Täter den telefonischen Kontakt zu der 90-Jährigen aufrecht. Schließlich erschien ein Mann an ihrer Wohnanschrift und nahm mehrere zehntausend Euro Bargeld entgegen.
Geldabholer flüchtet mit weißem Pkw
Die Rentnerin konnte beobachten, dass der Geldabholer zuvor mit einem kleineren weißen Pkw vor ihrer Wohnanschrift geparkt hatte. Nach der Übergabe fuhr der Mann in Richtung Dreifaltigkeitsschule davon. Der Abholer wird als etwa 160 Zentimeter groß beschrieben. Er hatte kurze schwarze Haare, die an den Seiten kurz abrasiert waren, und ein mitteleuropäisches Erscheinungsbild.
Die Kriminalpolizeiinspektion Amberg hat die Ermittlungen übernommen. Die Beamten bitten insbesondere Personen um Hinweise, die am Donnerstag gegen 11 Uhr im Bereich der Peter-Lippert-Straße oder entlang der Fahrtstrecke Richtung Dreifaltigkeitsschule verdächtige Beobachtungen gemacht haben.
Hinweise nimmt die Kriminalpolizeiinspektion Amberg unter 09621/890-0 entgegen.
Polizei warnt vor russischen Callcentern
Bei der Tat handelt es sich laut Polizei um die bekannte Betrugsvariante sogenannter russischer Callcenter. Die Täter kontaktieren ihre Opfer dabei ausschließlich in russischer Sprache.
Das Polizeipräsidium Oberpfalz warnt eindringlich vor solchen Anrufen. Wichtig ist: Die Polizei fordert niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertgegenstände, um Ermittlungen durchzuführen.
Wer einen solchen Anruf erhält, sollte sich nicht unter Druck setzen lassen und das Gespräch sofort beenden. Auch die am Telefon angezeigte Nummer sollte nicht zurückgerufen werden.
Kein Geld an Unbekannte übergeben
Die Polizei empfiehlt außerdem, niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen zu übergeben. Ein vereinbartes Codewort mit Angehörigen kann zusätzlich helfen, einen echten Notfall von einem Betrugsversuch zu unterscheiden.
Im Zweifel sollte direkt die 110 gewählt werden. Die Polizei rät außerdem dazu, den eigenen Telefonbucheintrag löschen zu lassen oder zumindest Vorname und Adresse daraus zu entfernen.
Weitere Informationen und Präventionstipps gibt es bei der Bayerischen Polizei.
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