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Cham: KI-Drohnen für frühere Waldbrand-Erkennung

  • 21. Aug.
  • 2 Min. Lesezeit

Modernste Technologie soll Waldbrände im Landkreis Cham schneller erkennen und bekämpfen – ein grenzüberschreitendes Forschungsprojekt.


Cham


KI und Drohnen gegen Waldbrände


Ein Schwelbrand im Wald bleibt oft unbemerkt, bis es zu spät ist. Doch im Landkreis Cham soll bald KI-gestützte Technologie Abhilfe schaffen: Sensoren erkennen kleinste Veränderungen in der Luft, eine Künstliche Intelligenz berechnet die Herkunft von Brandgasen, und eine autonome Drohne fliegt zur Gefahrenstelle, um der Feuerwehr ein Echtzeit-Lagebild per Video zu übermitteln. Was wie Science-Fiction klingt, wird im Bayerisch-Tschechischen Grenzraum Realität – dank des EU-geförderten INTERREG-Projekts CTRL-F (Cross-border Technologies for Rapid Localisation of Fire).


Warum der Landkreis Cham?


Die Region ist geprägt von großen Waldflächen, dem Naturraum Bayerischer Wald und der Nähe zu Tschechien. Gleichzeitig nehmen Trockenperioden und Wetterextreme zu, was die Gefahr von Vegetations- und Waldbränden erhöht. Allein 2026 mussten die Feuerwehren im Landkreis Cham bereits 94 Einsätze wegen Vegetationsbränden bewältigen – 41 davon seit Anfang Juli. Erst vor wenigen Tagen war bei Neubäu am See ein Waldbrand zu bekämpfen.

„Unsere Heimat ist geprägt von ihren Wäldern. Sie sind Lebensraum, Erholungsraum und ein wichtiger Teil unserer regionalen Identität. Deshalb müssen wir alles daransetzen, sie bestmöglich zu schützen.“– Landrat Christian Schindler

Vorführung am Kreiswasserwerk Neubäu


Am 19. August 2026 wurde am Kreiswasserwerk in Neubäu eine erste Drohnenstation und neuartige Sensoren vorgestellt. Bei einer Live-Demonstration zeigte das System, wie es auf die Entzündung einer Flamme reagiert:

  • Die KI erkennt die Gefahr.

  • Eine Drohne startet autonom und fliegt zur Brandstelle.

  • Wärmebild- und Tageslichtkameras übermitteln der Einsatzleitung ein Echtzeit-Lagebild.

Die Entscheidung über weitere Maßnahmen bleibt jedoch bei den Menschen in den Leitstellen und Feuerwehren, betont Kreisbrandrat Michael Stahl. Die Freiwilligen Feuerwehren haben ihr Praxiswissen eingebracht und definiert, welche Unterstützungsleistungen tatsächlich wichtig sind.


Drei Einsatzszenarien


Das System kann in drei Phasen wertvolle Unterstützung leisten:

  1. Früherkennung von Bränden – Schnelle Detektion durch Sensoren und KI.

  2. Während eines laufenden Einsatzes – Drohnen liefern Echtzeit-Luft- und Wärmebilder, um den anrückenden Kräften eine Lageeinschätzung zu ermöglichen.

  3. Überwachung nach der Löschung – Mobile Sensoren kontrollieren die betroffenen Flächen auf Wiederentzündungen und alarmieren bei Bedarf erneut eine Drohne.


Technische Daten und Testergebnisse


Die bisherigen Tests zeigen das Potenzial der Technologie:

  • Ein Feuer mit etwa einem Meter Durchmesser wurde bereits erkannt.

  • Durchschnittliche Detektionszeit: 1 Minute und 50 Sekunden.

  • Drohnenstart: unter 15 Sekunden nach Alarmierung.

  • Flugzeit: bis zu 54 Minuten.

  • Reichweite: bis zu 21 Kilometer – ideal für die Überwachung kritischer Infrastrukturen wie Umspannwerke oder Wasserspeicher.


Projektpartner und Netzwerk


Das Projekt wird von einem starken grenzüberschreitenden Netzwerk getragen:

  • Universität Ansbach (Projektkoordination)

  • Unternehmen: NeuralDrones, KI64

  • Behörden: Kreisbrandinspektion, Landkreis Cham

  • Tschechische Partner: SITMP, Drones SIT, Feuerwehr des Bezirks Pilsen

„Wir legen den Grundstein für etwas, was Einsatzkräfte unterstützt.“– Steffen C. Reitz, CEO & Co-Founder von NeuralDrones UG
„Zusammen mit meinem Team entwickeln wir weiter an der ausgefeilten Sensorentechnik und dem Zusammenspiel der verschiedenen Komponenten von KI bis Drohnentechnik.“– Professor Dr. Stefan Geißelsöder, Hochschule Ansbach

Ausblick

Ob die Technik später flächendeckend eingesetzt wird, werden die kommenden Jahre zeigen. Doch schon heute steht fest: Im Landkreis Cham arbeiten Feuerwehr, Wissenschaft und Gesellschaft gemeinsam an einer Zukunft, in der Waldbrände möglichst erkannt werden, bevor aus einem kleinen Glutnest eine große Gefahr wird.

Projektträger:Landratsamt Cham

Dieser Inhalt wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung von einem Menschen geprüft, überarbeitet und freigegeben.

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